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Von Ichthyosauriern, Seelilien und 14.000 Inseln – der Geopark HBLO zu Gast in Finnland
Was haben ein Ichthyosaurier aus dem Harz und eine Seelilie von der portugiesischen Atlantikküste gemeinsam? Beide erzählen von einer längst vergangenen Welt – und beide waren Teil der 18. Internationalen Europäischen Geopark-Konferenz, die vom 16. bis 18. September 2026 in Lappeenranta, Finnland, stattfand.
Auch Esther Czymoch beteiligte sich aktiv am Programm. In einer der ersten Sessions zum Thema „Education for All“ und „Innovation in Cooperation“ stellte die Fachbereichsleiterin den UNESCO Global Geopark HBLO und erfolgreiche Projekte aus der Region vor. Dabei berichtete sie über das Geopark-Programm am Harzhorn und zeigte, wie geologische und archäologische Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich und erlebbar gemacht werden können. Neben Bildung und Innovation standen auch Geoheritage, die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs), Forschung, Marketing und Tourismus auf der Agenda. Gerade der Blick über die eigenen Grenzen hinaus zeigte, wie unterschiedlich Geoparks arbeiten – und wie viele Ideen sich dabei auf andere Regionen übertragen lassen.
EGN-Fossil des Jahres 2026 ausgezeichnet
Besonders spannend wurde es für den Geopark HBLO bei der Bekanntgabe des EGN-Fossil of the Year. Die internationale Aktion des Europäischen Geopark-Netzwerks hatte der Geopark HBLO zum Anlass genommen, einen eigenen Schulwettbewerb in seinem Gebiet zu veranstalten. Schülerinnen und Schüler waren eingeladen, ein Fossil zu zeichnen und damit ihre ganz eigene Vorstellung von Erdgeschichte aufs Papier zu bringen. Besonders erfolgreich war Amy Brenner aus der Klasse 7 b der Giordano-Bruno-Gesamtschule Helmstedt (IGS): Mit ihrer Zeichnung eines Ichthyosauriers erreichte sie den ersten Platz im Schulwettbewerb des Geoparks HBLO.
Bei der Preisträgerverkündung in Finnland wurde auch dieses Engagement gewürdigt. Dr. Tobias Fischer vom UNESCO Global Geopark TERRA.vita und Koordinator der EGN-Arbeitsgruppe „Fossilien“ fand lobende Worte für den Schulwettbewerb des Geopark HBLO und den Ansatz, die internationale Fossil-Aktion mit einem eigenen Bildungsprojekt vor Ort zu verbinden. Für den Titel „EGN-Fossil des Jahres 2026“ konnte sich der Ichthyosaurier allerdings nicht durchsetzen. Er ging an den 18-jährigen Rodrigo Sanchez aus dem Oeste Geopark an der zentralen Westküste Portugals. Seine gezeichnete Darstellung der Glieder eines Stiels einer Seelilie überzeugte bei der internationalen Abstimmung.
Zu Gast bei der GeoFair
Wie vielfältig die Geopark-Landschaften Europas sind, zeigte sich auch bei der GeoFair. Die kostenlose Ausstellung im Einkaufszentrum von Lappeenranta war Teil der Konferenz und bot den teilnehmenden Ländern die Möglichkeit, ihre Geoparks, ihre kulturellen Besonderheiten und regionale Produkte vorzustellen. Auch kulinarisch konnten die Besucherinnen und Besucher auf Entdeckungsreise gehen – unter anderem mit Produkten der Marke GEOfood.
Die Ausstellung war zeitweise nicht nur für die Konferenzgäste geöffnet. Auch Einwohnerinnen und Einwohner sowie insbesondere Schulkinder konnten die GeoFair besuchen. Eine Rallye lud die jüngeren Besucher dazu ein, die verschiedenen Länder und Geoparks spielerisch kennenzulernen. Die deutschen UNESCO Global Geoparks präsentierten sich gemeinsam mit einem eigenen Stand. So wurde auch hier sichtbar, wie unterschiedlich die deutschen Geopark-Regionen sind und wie sie gemeinsam Teil eines europäischen Netzwerks sind.
Vom Konferenzsaal hinaus in die Landschaft
Geoparks lassen sich schließlich nicht allein in Vorträgen erklären. Am letzten Konferenztag konnten die UGGp-Vertretenden deshalb den Saimaa Geopark bei verschiedenen Exkursionen unmittelbar erleben. Die Ausflüge führten zu geologischen und kulturellen Besonderheiten der Region und machten die Themen der Konferenz vor Ort erfahrbar.
Auch gemeinsame Erlebnisse gehörten zum Programm. Ein Gala-Dinner bot Gelegenheit für Gespräche und Begegnungen in besonderer Atmosphäre und rundete den Konferenzaufenthalt ab.
Vier Tage in Finnland, zahlreiche Begegnungen und viele neue Eindrücke: Die EGN-Konferenz in Lappeenranta bot dem Geopark HBLO nicht nur die Möglichkeit, eigene Projekte international vorzustellen. Sie brachte auch neue Ideen und Perspektiven für die weitere Arbeit mit.